Gelebte Ironie und Sarkasmus
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Stereotype Fernsehkritik

Sich über das Programm oder deren Vielfalt aufzuregen ist wahrscheinlich genauso überflüssig wie über das Wetter … man kann es eh nicht ändern.

Gestern betrug es sich, das ich mir aus Langweile eine Serie im Sonntag Spätnachmittagprogramm antat. Ich hab mir nicht mal den Namen gemerkt, aber der Plot war teilweise so dämlich, das mich nicht mal die Hauptdarstellerin mit ihrem aufreizenden Dekoltee davon abhalten konnte mich drüber lustig zu machen, anstatt zufrieden zu sabbern und mein Hirn auf Urlaub in Möpsetanien zu schicken.

Der Held in der Serie ist von der Marke Clonkrieger, die man wahrscheinlich in jeder Hinterhofmodellargentur hinterher geworfen bekommt bis man stopp sagt. Ein anderes Beispiel, diese Nachwuchsschauspieler findet man unter Garantie in Hollywood und Umgebung wahrscheinlich in jeder kleinen Bar, wo sie Kellnern müssen bis Sie „entdeckt“ werden.

Was mir aufgefallen ist, in der Serie gibt es nicht mal hässliche Bösewichter, jeder von Denen ist Kanten und Eckenfrei, das jedes Bügeleisen vor Neid rot würde. Der Bösewicht muss natürlich grausam und Charismatisch zugleich sein. Der kann auch alles … und hat alles, will aber noch mehr *am Kopfkratz*. Er ist auf der Suche nach drei magischen Artefakten, die ihm die totale Kontrolle über die Bürger auf der ganzen Welt geben, oder zumindest über die Zerlumpten Gestalten in den Dörfern drum rum.

Lasst mich geistig festhalten, der kann Menschen und Dinge magisch beeinflussen, hat eine eigene private Armee. Es gibt kein König, Fürst oder was auch immer der Ihm mit einem stehenden Herr paroli bieten könnte. Warum will der dann noch mehr? Hm egal *murmelt*.

Ich an seiner Stelle würde mich doch schon mit dem Charisma und Magie zufrieden geben. Bürger mit einer Armee und Soldaten unterdrücken lassen bedeutet doch immer Ärger. Wäre ich zum Beispiel an Stelle des Geistes Gestörten deutschen Diktators vor dem zweiten Weltkrieg gewesen, wäre es mit mir nie dazu gekommen. Nach der kampflosen Einnahme der Tschecheslowakei hätte ich meine Soldaten entlang der Westgrenze Aufstellung nehmen lassen und Kollektiv den Mittelfinger ausstrecken. Das wäre meine Version gewesen, aber das passiert eben wenn man zu größenwahnsinnig wird *seufz*

So weiter im Text. Der Held der Geschichte, also die oben schon erwähnte männliche Ausgabe von Dolly dem Klonschaf, genannt der Sucher …(warum heißt der eigentlich Sucher? Sucht er ein besseres Drehbuch, oder eine bessere Rolle? *am Kopf kratz*)… ist der Erwählte, der Kämpfer für das Recht, nur er hat dieses besondere Schwert. Moment mal, warum muss ich gerade an He-Man denken und Arthus? Ach egal *Kopf schüttel*.

Er wird dabei unterstützt von so einer Art Hexe/Priesterin, so eine Trulla die Menschen bei Berührung ihren Willen Aufzwingen kann. Hey solche gibt’s in der Realität auch, meine Ex konnte das ziemlich gut *hust*. Ach ja die kann natürlich auch alle bekannten und unbekannten Arten des Waffen und Waffenlosen Kampfes. Jedes Mal wenn die zusammen mit dem Helden gegen die Heere des Bösen kämpfen hab ich im Hinterkopf immer so ein Flippergeräusch, wenn ein Bumper getroffen wurde und sich ein Punktezähler erhöht hat.

Ok hier kommt wieder mein Verständnis ins Spiel. Nehmen wir mal an du hast zehn Soldaten, alle tragen einen leichten Körperpanzer, Kettenhemden, Helme, nicht zu vergessen Schwerter und teilweise auch Armbrüste. Mittelalterfans werden wissen das Armbrüste nicht umsonst geächtet waren, weil man mit diesen auch gepanzerte Ritter auf unfeine Art vom Ross putzen konnte und relativ leicht zu bedienen waren.

Die Helden der Geschichte tragen sowas nicht … der Typ läuft meisten wie ein Herkules für Arme herum und er kann sein Schwert bestimmt nicht so schnell hochreißen wie in Krieg der Sterne die Jediritter. Sie trägt ein eng gespanntes Lederoberteil … ok ok, da könnte man Physikalisch Argumentieren das es so gespannt ist, das ein Pfeil oder schief aufkommende Schwertklinge von abprallen könnte, da will ich mal nicht so pingelig sein.

Die sind natürlich dauernd auf der Flucht, oder helfen irgendwelchen Bauerndeppen, die für die Verhältnisse aber erstaunlich sauber und wohl genährt sind. Es ist war eine reine Fantasieweld, aber ich frage mich auch immer, wo die die ganzen poppigen Farben herkriegen, wenn man bedenkt das im realen Mittelalter das Färben nur bedingt möglich war und den Herrschenden vorenthalten.

Was ich auch sehr witzig finde wie alles mit Magie erklärt wird. Magische Fallen, magisches beeinflussen, magische Artefakte. Klar und gerade gestern in der Folge versteckte der gute Magier der Serie das letzte noch benötigte Artefakt in mehreren Magischen Fallen.

Dann auf einmal gab es aber eine arme Bauerstochter, die gegen Magie unempfindlich war, dessen Mutter als Geisel genommen wurde und sie das Artefakten für die Bösen bergen musste.

Ah ja … so ein Mensch wird laut Erklärung des guten Magier nur alle paar Generationen geboren, oder wie ich eher der Meinung bin, wenn den Drehbuchautoren das Koks oder der Alk für neue gute Ideen gekürzt wurde.

Das Ende der Folge, natürlich konnte der Böse nicht gewinnen, natürlich stehen die Guten wieder so doof da wie am Anfang der Folge, aber mit der Erkenntnis das da irgendwie jeder mit jede irgendwie verwandt sein muss. Außer natürlich Held und Heldin der Geschichte, die zwar so scharf aufeinander sind, das sie der Realität so übereinander herfallen würden das kein noch so gutes Gleitgel und Wundsalben was nützen würde. Sie aber in der Familienserie natürlich aus magischen, was weiß ich Gründen nicht zusammenkommen dürfen.

Das waren gute 50 Minuten an meinem Sonntagabend. Damit habe ich mindestens fünf Minuten euren Lebens geklaut. *flitz*
8.2.10 11:52
 



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